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Historisches...

 

Geschichte der Christuskirche Kehl und ihrer Gemeinde

von Erich Zürcher

 

Frühgeschichte:

Das ursprüngliche kleine Fischerdorf Kehl stand auf dem heutigen Bahnhofsgebiet. Kirchlich war das Dorf in die größere Nachbargemeinde Ihringheim unterstellt/eingepfarrt. Diese hatte auch eine Pfarrkirche. Ihringheim lag auf einer Rheininsel oder war zumindestens von vielen Wasserläufen des ehemals wilden Rheins umgeben. Bei einem größeren Hochwasser, etwa um das Jahr 1358, wurde dieses Dorf vom Rhein verschlungen. Die Ihringheimer siedelten sich daraufhin näher bei Kehl an und bildeten fortan eine Einheit mit den Bürgern dieses Dorfes.

1388 wurde die erste feste Brücke über den Rhein zwischen Kehl und Straßburg gebaut, die sogenannte „Lange Bruck“. Sie war 1.400 Meter lang und reichte bis zum Stadtrand von Straßburg.

 

16. bis 17.Jahrhundert:

Im Jahre 1525 wurde der erste Pfarrer in Kehl eingesetzt. Eine einfache Kirche mit Dachreiterturm wurde errichtet. Sie stand auf dem Platz des 1680 erbauten Hornwerks der Festung Kehl (nach Georg Kilian). Dies ist somit die erste erwähnte Kirche von Kehl. Beim Bau der Kehler Festung (ab 1680) mussten die Kehler und Ihringheimer Bürger weichen. Sie siedelten sich weiter südlich in Richtung Sundheim an, am Platz des bis 1910 selbständigen Dorfs Kehl (von älteren Leuten auch heute noch als „Dorf“ bezeichnet).

 

18. bis 19. Jahrhundert:

Im Jahre 1756 wurde an diesem neuem Standort eine feste steinerne Kirche (vermutlich im Stiele des Barocks) erbaut. Diese Kirche stand aber nur 40 Jahre. 1796, während der französischen Revolutionskriege, wurde das noch neue Dorf mit der Kirche von den Franzosen niedergebrannt. Es wurden dabei ca. 250 Häuser mit Nebengebäuden zerstört.

1816, nach dem Sturz Napoleons, wurde das zerstörte Dorf Kehl neu errichtet und zwar größtenteils in Fachwerkbauweise. Von diesen Gebäuden sind heute noch einige erhalten und sind ein schönes Beispiel für diese Bauart. Ebenso sind die Straßenzüge von damals heute noch erhalten.

1822 bis 23 wurde die Christuskirche, so wie wir sie heute noch sehen, im klassizistischen Stil, nach Plänen des bekannten badischen Oberbaurats Weinbrenner erbaut. Die Bauausführung oblag dem Maurermeister Meisburger aus Offenburg. Sie steht höchstwahrscheinlich am Platz der 1796 zerstörten Kirche. Wahrscheinlich wurden auch die Steine der zerstörten Kirche wieder für den Neubau verwendet. Es wurde damals ein Dorfmittelpunkt mit Kirche, Pfarrhaus, Rathaus und Schule geplant und verwirklicht. Dieses schöne Ensemble ist bis heute erhalten.

 

20. Jahrhundert:

In den beiden Kriegen 1870/71 und 1914/18 ist das Dorf und die Christuskirche unbeschädigt geblieben. Nur die Glocken mussten 1917 für Kriegszwecke abgeliefert werden.

Im 2. Weltkrieg 1939/45 wurde die Kirche am Kriegsende durch mehrere Granateinschläge stark beschädigt. Sie war dann 7 Jahre lang mit einem zerstörten Dach und einem Loch im Turm allen Witterungseinflüssen ausgesetzt. Erst 1950/51, nach der Rückkehr der Kehler Bevölkerung aus der kriegsbedingten Evakuierung, konnte mit der Reparatur der Kirche begonnen werden. In der Zwischenzeit war alles Holz verfault, so dass alles bis auf die Außenwände erneuert werden musste.

Dachstuhl, Decke, Empore, Kanzel, Altar, Bänke, Orgel, Fenster, Beleuchtung und Heizung wurden neu eingebaut. Die Einweihung erfolgte dann am 2. Sept. 1951 durch den damaligen Landesbischof. Dies war ein großes Fest für die ganze Gemeinde.

Der damalige Gemeindepfarrer der Christuskirche G. Reineck zusammen mit dem letzten badischen Staatspräsidenten Leo Wohlleb und Landesbischof Bender (v.li.) bei der Wiedereinweihung unserer Kirche am 2. Sept. 1951

1964 wurde am bestehenden Gemeindesaal ein Anbau mit Küche und Toilette errichtet und ein Jugendheim neben der Kirche erbaut.

1977/78 wurde die Kirche wieder innen und außen renoviert. In diesem Zustand präsentiert sie sich bis heute. Eine Renovierung steht nach all den Jahren bald wieder an.

Das Pfarrhaus musste jedoch 1989 wegen zu hohen Reperaturkosten abgerissen werden.

Es wurde jedoch im gleichen Jahr in einem entsprechenden Stil neu errichtet.

Als "Haus der Kirche" beherbergt es heute Dienststellen des Kirchenbezirkes Kehl:

im UG: Bezirkskantorat / Medienstelle

im 1. OG: Diakonische Werke Kehl

im 2. OG: Verwaltungs- und Serviceamt

im 3. OG: Dekanat und Schuldekanat (sowie das gemeinsame Büro von Christus- und Friedensgemeinde)

1998 konnte dann das 175. Jubiläum der Kirche festlich begangen werden.

2008 beginnt die Ideensammlung zur Renovierung von Christuskirche und Gemeindesaal.